• Schulung für Ingenieurbüros zur Hochwasseralarm- und Einsatzplanung (HWAEP) in Baden-Württemberg
    23.11.2021 von 9:30 bis 17:00 Uhr | Stadthalle Gernsbach, Badener Str. 1, 76593 Gernsbach

Inhalt der Schulungsveranstaltung:

Fördervoraussetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen in baden-württembergischen Kommunen ist eine aktuelle Hochwasseralarm- und Einsatzplanung (HWAEP). Darüber hinaus ist die HWAEP Bestandteil des kommunalen Starkregenrisikomanagements in Baden-Württemberg. Viele Kommunen benötigen fachliche Unterstützung bei diesem Thema.

Trotz der umfassenden rechtlichen, organisatorischen und verfahrensmäßigen Grundlagen gibt es keine Standard-HWAEP, die auf alle Kommunen angewandt werden könnte. Die HWAEP ist keine reine Planungsaufgabe, sie ist das Ergebnis eines komplexen Lern-, Entwicklungs- und Entscheidungsprozesses, an dem viele für das Thema relevante Stellen zu beteiligen sind. Für Externe stellen sich drei Aufgaben:

  • Organisation und Moderation des Planungsprozesses
  • Dokumentation bzw. Darstellung des HWAEP
  • fachliche Beratung

Ingenieure und Ingenieurinnen aus dem Bereich der Wasserwirtschaft sind in der Lage, die beiden erstgenannten Dienstleistungen zu erbringen und bei wasserbautechnischen, meteorologischen und hydrologischen Fragen sowie weiteren Aspekten zu beraten. Schwieriger ist die Beratung zur kommunalen Gefahrenabwehr, beispielsweise wenn zwischen „öffentlichem Notstand“, „anderen Notlagen“ und „Katastrophe“ zu unterscheiden ist. Um Kommunen bei der HWAEP unterstützen zu können, ist es nicht erforderlich, über detaillierte Expertise in allen involvierten Disziplinen zu verfügen. Wichtiger ist es zu verstehen, welche Fragen in der Planungsphase entschieden werden müssen, z. B. wie auf die Warnung „Starkniederschlag von bis zu 80 l in kurzer Zeit“ reagiert werden soll.

Es ist nicht Aufgabe der beratenden Ingenieure, diese Fragen zu entscheiden, wohl aber die Kommune zu unterstützen, zu einer Entscheidung darüber zu gelangen.

Vor diesem Hintergrund erscheint als wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Planungsarbeit, den Planungsprozess richtig zu verstehen. Dazu müssen die richtigen Fragen gestellt werden: Was sind die Ziele? Wer ist zu beteiligen? Was ist zu klären, zu entscheiden, zu entwickeln? Wer kann dabei unterstützen?

Die Aufgabe der Beratung besteht nicht darin, für alles eine Lösung anzubieten, sondern den Kommunen zu helfen, die für sie passende Lösung zu finden. Und zwar im „Trockenen“ und nicht erst im Ernstfall.

Ein zweites Thema der Schulung ist das vom Land Baden-Württemberg betriebene Flut-Informations- und Warnsystem FLIWAS. Dieses wird in Kürze um wichtige Instrumente ergänzt. Die Nutzung dieses Tools sollte unbedingt in die HWAEP einbezogen werden, deshalb werden die Teilnehmenden aus erster Hand über FLIWAS mit allen Neuerungen informiert.

Veranstalter:

In dieser gemeinsam vom WBW und seiner Tochter, der WBW Fortbildungsgesellschaft für Gewässerentwicklung mbH, ausgerichteten Schulung erhalten die Teilnehmenden eine Einführung in die Themen und lernen an praktischen Beispielen den Prozess der HWAEP zu verstehen.

Organisatorische Hinweise:

Die Teilnahme ist auf jeweils eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter von in Baden-Württemberg tätigen Ingenieurbüros beschränkt, da die Teilnehmeranzahl aufgrund der interaktiven Arbeit begrenzt ist. Die zugelassenen Teilnehmenden erhalten rechtzeitig eine schriftliche Teilnahmebestätigung und die Aufforderung, den Teilnahmebeitrag auf das Konto des WBW zu überweisen. Alle weiteren Interessenten werden in eine Warteliste aufgenommen, um entweder nachzurücken oder an einer möglichen zweiten Veranstaltung im ersten Quartal 2022 teilnehmen zu können.

Der Teilnahmebeitrag beläuft sich auf:

  • 195,- € für WBW-Mitgliedsunternehmen
  • 245,- € für Dritte

Im Teilnahmebeitrag ist die Verpflegung enthalten.

Bedingung für die Teilnahme an der Schulung sind die zum Zeitpunkt der Veranstaltung aktuell geltenden Regeln des Landes Baden-Württemberg. In der Basisstufe bedeutet dies derzeit die Einhaltung der 3-G-Regeln. Bei Ausrufung der Warn- oder Alarmstufe ändern sich die Teilnahmebedingungen entsprechend (3-G-Regel mit PCR-Test bzw. 2-G-Regel). Sollte auf Grund der Pandemieentwicklung eine analoge Veranstaltung nicht möglich sein, bieten wir die Schulung auf einer Online-Plattform an.